Schritt 1 und 2: Ziele festlegen und Ist-Zustand analysieren
Am Anfang steht die Frage, warum Sie relaunchen. Wollen Sie mehr Anfragen, ein zeitgemässes Design, eine bessere Darstellung auf dem Smartphone oder einfachere Pflege? Formulieren Sie zwei bis drei messbare Ziele. Sie dienen später als Massstab für alle Entscheidungen und helfen, das Projekt nicht mit Wünschen zu überladen, die wenig zum Erfolg beitragen.
Danach analysieren Sie die bestehende Webseite. Welche Seiten werden oft besucht, über welche Suchbegriffe kommen Besucherinnen und Besucher, wo springen sie ab? Daten aus der Google Search Console und Ihrem Analysetool zeigen, was heute bereits funktioniert. Diese Stärken sollten beim Relaunch unbedingt erhalten bleiben. Dokumentieren Sie die Ausgangswerte, um den Erfolg später vergleichen zu können.
- Schritt 1: Ziele und Zielgruppen definieren
- Schritt 2: Besucherzahlen, Rankings und Top-Seiten analysieren
Schritt 3: Alle bestehenden URLs erfassen
Bevor irgendetwas verändert wird, brauchen Sie eine vollständige Liste aller bestehenden URLs. Dazu gehören neben den normalen Seiten auch Blogartikel, PDF-Dateien, Bilder mit Rankings und alte Kampagnenseiten. Ein Crawling-Tool, die XML-Sitemap und die Search Console liefern zusammen ein gutes Gesamtbild. Notieren Sie zu jeder URL, wie wichtig sie für Besuche und Verlinkungen ist.
Diese URL-Liste ist das wichtigste Dokument des ganzen Relaunchs. Auf ihrer Basis entsteht später der Weiterleitungsplan. Fehlt eine wichtige Seite in der Liste, landet deren Traffic nach dem Go-live auf einer Fehlerseite. Nehmen Sie sich für diesen Schritt deshalb genügend Zeit, auch wenn er wenig spektakulär wirkt. Er ist die beste Versicherung für Ihre Rankings.
Schritt 4 und 5: Struktur und Inhalte planen
Mit Zielen und Analyse im Rücken planen Sie die neue Seitenstruktur. Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengelegt, welche kommen neu dazu? Eine klare Navigation mit wenigen Hauptpunkten hilft Besucherinnen und Besuchern ebenso wie Suchmaschinen. Planen Sie auch die URLs bewusst: kurz, sprechend und, falls möglich, möglichst nahe an den bisherigen Adressen.
Anschliessend geht es um die Inhalte. Gut rankende Texte sollten nicht einfach gekürzt oder ersetzt werden, sondern höchstens verbessert. Veraltete Inhalte werden aktualisiert oder entfernt, Lücken mit neuen Texten geschlossen. Bei mehrsprachigen Webseiten gilt das für jede Sprachversion, damit Deutsch und Französisch inhaltlich gleichwertig bleiben und beide Sprachversionen gut gefunden werden.
- Schritt 4: Sitemap und URL-Struktur festlegen
- Schritt 5: Inhalte prüfen, überarbeiten und ergänzen
Schritt 6 und 7: Design, Entwicklung und Testumgebung
Nun entstehen Design und technische Umsetzung. Achten Sie auf ein responsives Layout, schnelle Ladezeiten, barrierearme Gestaltung und saubere Überschriftenstrukturen. Titel, Meta-Beschreibungen und Bild-Alt-Texte werden für jede Seite gepflegt. Diese technischen Grundlagen sind kein Extra, sondern Voraussetzung dafür, dass die neue Webseite mindestens so gut gefunden wird wie die alte, idealerweise sogar besser.
Entwickeln Sie die neue Webseite auf einer geschützten Testumgebung, die für Suchmaschinen gesperrt ist. So können Sie in Ruhe testen, ohne dass Google unfertige Seiten indexiert. Prüfen Sie Formulare, Darstellung auf verschiedenen Geräten, Ladezeiten und Sprachumschaltung. Kurz vor dem Go-live muss die Sperre für Suchmaschinen unbedingt wieder entfernt werden. Dieser Punkt wird in der Praxis erstaunlich oft vergessen.
- Schritt 6: Design und Entwicklung mit SEO-Grundlagen
- Schritt 7: Ausführliche Tests auf einer gesperrten Testumgebung
Schritt 8: 301-Weiterleitungen einrichten
Ändert sich die Adresse einer Seite, braucht es eine permanente 301-Weiterleitung von der alten auf die neue URL. Sie signalisiert Google, dass der Inhalt umgezogen ist, und überträgt den Grossteil der bisherigen Signale auf die neue Seite. Ohne Weiterleitungen sehen Besucherinnen und Besucher Fehlerseiten, und die über Jahre aufgebauten Rankings gehen verloren.
Ordnen Sie jeder alten URL aus Ihrer Liste die inhaltlich passendste neue Seite zu. Leiten Sie nicht pauschal alles auf die Startseite um, denn das wertet Google oft wie eine Fehlerseite. Vermeiden Sie Weiterleitungsketten über mehrere Stationen und testen Sie alle Regeln vor dem Go-live. Auch externe Links und Einträge in Verzeichnissen profitieren so weiterhin von der richtigen Zieladresse.
- Jede alte URL einer passenden neuen URL zuordnen
- Keine Sammelweiterleitungen auf die Startseite
- Weiterleitungsketten vermeiden
- Alle Weiterleitungen vor und nach dem Launch testen
Schritt 9 und 10: Go-live und Kontrolle nach dem Launch
Wählen Sie für den Go-live einen ruhigen Zeitpunkt, an dem Ihr Team erreichbar ist. Nach der Umschaltung prüfen Sie sofort Weiterleitungen, Formulare, SSL-Zertifikat und die Erreichbarkeit für Suchmaschinen. Reichen Sie die neue XML-Sitemap in der Google Search Console ein und aktualisieren Sie die Webseiten-Adresse in Ihrem Google-Unternehmensprofil, falls sie sich geändert hat.
In den Wochen nach dem Launch beobachten Sie Rankings, Besucherzahlen und gemeldete Fehler in der Search Console. Leichte Schwankungen sind normal, deutliche Einbrüche weisen auf fehlende Weiterleitungen oder technische Probleme hin. Je früher Sie reagieren, desto schneller erholen sich die Rankings. Gerne begleiten wir Sie bei Ihrem Website-Redesign. Fragen Sie unverbindlich an.
- Schritt 9: Go-live mit sofortiger technischer Kontrolle
- Schritt 10: Monitoring von Rankings und Fehlern in den Wochen danach
Die häufigsten Fehler beim Relaunch
Der teuerste Fehler ist ein Relaunch ohne Weiterleitungskonzept. Alte Adressen führen dann ins Leere, Google verliert die Verbindung zu den bisherigen Rankings und Besucher landen auf Fehlerseiten. Fast ebenso häufig: Die Testumgebung war für Google gesperrt, und diese Sperre wird beim Go-live vergessen. Dann verschwindet die neue Webseite aus dem Index.
Weitere Klassiker sind gekürzte Texte auf gut rankenden Seiten, fehlende Titel und Beschreibungen, vergessene Sprachversionen und ein neues Design mit schlechteren Ladezeiten als vorher. Prüfen Sie deshalb vor dem Go-live auch die Messwerte aus dem Ratgeber Core Web Vitals. Ist Ihre Webseite zweisprachig, gehören hreflang-Angaben für beide Versionen dazu, mehr dazu unter Zweisprachige Webseite.
- Kein Weiterleitungskonzept oder pauschale Weiterleitung auf die Startseite
- Suchmaschinensperre der Testumgebung nicht entfernt
- Gut rankende Inhalte gekürzt oder gelöscht
- Fehlende hreflang-Angaben bei mehrsprachigen Webseiten
- Langsamere Ladezeiten als vor dem Relaunch
Nach dem Relaunch: dranbleiben
Ein Relaunch ist ein Startpunkt, kein Abschluss. Planen Sie nach dem Go-live regelmässige Updates, Backups und kleine Verbesserungen ein, etwa mit einem Wartungsvertrag. Werten Sie nach einigen Wochen aus, welche Seiten gut funktionieren und wo Besucher abspringen, und bauen Sie die erfolgreichen Inhalte gezielt aus.
Gleichzeitig ist der Relaunch ein guter Anlass, die lokale Sichtbarkeit zu stärken: aktuelle Firmendaten im Google-Unternehmensprofil, neue Fotos und Seiten für Ihre wichtigsten Regionen. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber Lokales SEO für KMU. Unternehmen in Biel/Bienne, Solothurn, Bern und Grenchen beraten wir gerne persönlich.
Quellen
Über den Autor
Ferhat Demir
Ihr Ansprechpartner bei Webnova
Ferhat Demir führt Webnova, eine Webdesign-Agentur für Schweizer KMU. Er begleitet Projekte persönlich von der ersten Idee bis nach dem Launch, auf Deutsch und Französisch, und verbindet Design, Technik und Suchmaschinenoptimierung.
Mehr über WebnovaPersönliche Beratung in Ihrer Region
