Anzeichen 1 bis 3: was Ihre Kunden zuerst merken
1. Die Webseite ist auf dem Smartphone mühsam. Ein grosser Teil der Besucher kommt heute mit dem Handy. Muss man dort zoomen, seitlich scrollen oder winzige Links treffen, ist der Besuch schnell vorbei. Auch Google beurteilt Webseiten in erster Linie nach ihrer mobilen Version. Öffnen Sie Ihre Webseite auf dem eigenen Smartphone und versuchen Sie, mit wenigen Klicks eine Anfrage zu senden.
2. Die Seiten laden langsam. Wer mehrere Sekunden auf eine Seite warten muss, springt eher ab. Ältere Webseiten sind oft mit grossen Bildern, vielen Erweiterungen und veralteten Skripten belastet. Ob Ihre Webseite schnell genug ist, zeigen die Core Web Vitals, die Sie kostenlos mit PageSpeed Insights von Google messen können.
3. Über die Webseite kommen kaum Anfragen. Besucher sind da, aber sie melden sich nicht? Häufig fehlt ein klarer nächster Schritt: Telefonnummer und Kontaktformular sind versteckt, das Formular ist zu lang, oder es bleibt unklar, was Sie genau anbieten. Mehr dazu auf unserer Seite Webseite bringt keine Anfragen.
- Lässt sich die Webseite auf dem Smartphone ohne Zoomen lesen und bedienen?
- Lädt die Startseite auch unterwegs zügig?
- Ist der Weg zur Anfrage auf jeder Seite sichtbar?
Anzeichen 4 bis 6: wenn die Webseite nicht mehr zu Ihnen passt
4. Die Inhalte sind veraltet. Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten, ein Team, das sich verändert hat, oder die letzte Neuigkeit von vor drei Jahren: Veraltete Inhalte kosten Vertrauen. Besucher fragen sich, ob das Unternehmen überhaupt noch aktiv ist.
5. Das Design passt nicht mehr zum Unternehmen. Ihr Unternehmen hat sich weiterentwickelt, mit neuen Leistungen, einem neuen Logo oder einer anderen Zielgruppe, aber die Webseite zeigt noch den Stand von damals. Wirkt der Auftritt im Vergleich mit Mitbewerbern altmodisch, entscheiden sich Interessenten im Zweifel für die Konkurrenz.
6. Sie können die Webseite nicht selbst ändern. Jede kleine Anpassung braucht einen Anruf bei jemandem, der vielleicht gar nicht mehr erreichbar ist, oder niemand weiss mehr, wo die Zugangsdaten sind. Dann bleiben Inhalte veraltet, weil Änderungen zu umständlich sind. Eine moderne Webseite lässt sich in einem einfachen Redaktionssystem selbst pflegen.
Anzeichen 7 bis 9: Technik, Google und Recht
7. Die Technik ist veraltet. Seit Jahren keine Updates, ein Redaktionssystem in einer alten Version oder Erweiterungen, die nicht mehr weiterentwickelt werden: Solche Webseiten sind ein bekanntes Ziel automatisierter Angriffe. Fehlt das SSL-Zertifikat, warnen Browser sogar mit dem Hinweis «Nicht sicher». Veraltete Technik sieht man nicht, aber sie ist eines der grössten Risiken.
8. Sie werden bei Google nicht gefunden. Suchen Sie nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort, etwa «Schreinerei Bern», und Ihre Webseite taucht nicht auf? Dann fehlen oft eigene Seiten pro Leistung, aussagekräftige Seitentitel oder eine saubere technische Basis. Was dahintersteckt, erklärt der Ratgeber Lokales SEO für KMU.
9. Pflichtangaben und Datenschutz sind lückenhaft. Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz. Eine Datenschutzerklärung, die nicht erwähnt, welche Daten über Formulare, Statistiken oder eingebettete Karten bearbeitet werden, ist ein Risiko. Auch ein vollständiges Impressum gehört zu einer seriösen Firmenwebseite.
Überarbeiten, Redesign oder Neubau?
Nicht jedes Anzeichen bedeutet, dass alles neu gemacht werden muss. Treffen nur einzelne Punkte zu, etwa veraltete Inhalte oder ein unklarer Kontaktweg, genügt oft eine gezielte Überarbeitung. Ist die technische Basis solide, aber Design und Struktur sind in die Jahre gekommen, ist ein Redesign der richtige Weg: neues Erscheinungsbild, bessere Nutzerführung, und bewährte Inhalte bleiben erhalten.
Ein Neubau lohnt sich, wenn die Technik veraltet ist, die Webseite sich nicht mehr sinnvoll pflegen lässt oder sich Ihr Angebot grundlegend verändert hat. Dann ist es oft günstiger und sicherer, auf einer modernen Basis neu zu beginnen, als ein altes System immer wieder zu flicken. Als Faustregel gilt: Je mehr der neun Anzeichen zutreffen und je mehr davon die Technik betreffen, desto eher lohnt sich ein Neubau.
- Überarbeitung: Inhalte, Bilder und Kontaktwege der bestehenden Webseite verbessern
- Redesign: neues Design und bessere Struktur auf solider technischer Basis
- Neubau: neue Technik und Struktur, bewährte Inhalte werden übernommen
So gehen Sie bei der Erneuerung vor
Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Seiten werden besucht, über welche Suchbegriffe kommen Besucher, welche Inhalte sind wertvoll? Diese Stärken nehmen Sie in die neue Webseite mit. Danach folgen Ziele, Struktur, Inhalte und Design, ähnlich wie bei einer neuen Webseite. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Webseite erstellen lassen.
Besonders wichtig ist der Schutz Ihrer Google-Rankings. Jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung auf die passende neue Seite, sonst geht über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit verloren. Unsere Relaunch-Checkliste führt Schritt für Schritt durch das Projekt. Sind Sie unsicher, wo Ihre Webseite heute steht, hilft unser kostenloser Website-Check.
Quellen
Über den Autor
Ferhat Demir
Ihr Ansprechpartner bei Webnova
Ferhat Demir führt Webnova, eine Webdesign-Agentur für Schweizer KMU. Er begleitet Projekte persönlich von der ersten Idee bis nach dem Launch, auf Deutsch und Französisch, und verbindet Design, Technik und Suchmaschinenoptimierung.
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