Warum eine Webseite Wartung braucht
Eine Webseite besteht aus Software: einem Redaktionssystem, Erweiterungen, Programmbibliotheken und dem Server, auf dem alles läuft. Für all diese Bausteine erscheinen laufend Updates, oft weil Sicherheitslücken geschlossen werden. Angreifer suchen automatisiert nach Webseiten mit bekannten Lücken. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Unternehmen gross oder klein ist.
Dazu kommt der normale Wandel: Browser und Smartphones entwickeln sich weiter, Google passt seine Anforderungen an, und in Ihrem Unternehmen ändern sich Angebote, Öffnungszeiten und Ansprechpersonen. Eine Webseite, die niemand betreut, wird deshalb mit der Zeit langsamer, unsicherer und ungenauer, ohne dass es sofort auffällt.
Technische Wartung: Updates, Sicherheit und Backups
Kern der Wartung sind Updates. Sicherheitsupdates sollten zeitnah eingespielt werden, grössere Versionssprünge besser zuerst auf einer Testversion, damit nichts unerwartet kaputtgeht. Erweiterungen, die nicht mehr weiterentwickelt werden, ersetzen Sie durch gepflegte Alternativen oder entfernen sie ganz. Jede Erweiterung, die Sie nicht brauchen, ist ein Baustein weniger, der veralten kann.
Genauso wichtig sind Backups. Ein gutes Backup wird automatisch erstellt, an einem zweiten Ort gespeichert und umfasst Dateien und Datenbank. Entscheidend ist, dass sich die Webseite daraus auch wirklich wiederherstellen lässt. Testen Sie das gelegentlich, bevor Sie es im Ernstfall brauchen. Dazu kommen ein gültiges SSL-Zertifikat, starke Passwörter mit Zwei-Faktor-Anmeldung und eine Überwachung, die meldet, wenn die Webseite nicht erreichbar ist.
- Sicherheitsupdates für Redaktionssystem, Erweiterungen und Server
- Automatische Backups an einem zweiten Ort, Wiederherstellung getestet
- Gültiges SSL-Zertifikat mit automatischer Erneuerung
- Starke Passwörter und Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Zugänge
- Überwachung der Erreichbarkeit mit Benachrichtigung
Funktion und Ladezeit regelmässig prüfen
Eine Webseite kann laufen und trotzdem Anfragen verlieren. Der Klassiker ist das Kontaktformular, das nach einem Update oder einer Änderung beim E-Mail-Anbieter keine Nachrichten mehr zustellt. Niemand bemerkt es, denn es kommen ja auch keine Anfragen mehr. Senden Sie deshalb regelmässig eine Testanfrage über jedes Formular.
Prüfen Sie ausserdem defekte Links, Fehlerseiten und die Ladezeit. Die Google Search Console meldet kostenlos, welche Seiten Probleme haben, und zeigt die Core Web Vitals aus echten Besuchen. Werden die Werte schlechter, sind oft neue, zu grosse Bilder oder zusätzliche Skripte der Grund.
Inhalte aktuell halten
Wartung betrifft nicht nur die Technik. Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummern, Team und Leistungen noch? Sind die Betriebsferien eingetragen? Veraltete Angaben verärgern Kunden und kosten Vertrauen. Gleichen Sie die Daten auch mit Ihrem Google-Unternehmensprofil ab, denn widersprüchliche Angaben verunsichern Kunden und Suchmaschinen.
Neue Inhalte sind ausserdem eine Chance: Eine zusätzliche Leistung, ein neues Angebot oder Antworten auf häufige Kundenfragen machen Ihre Webseite für Besucher und für Google wertvoller. Planen Sie dafür feste Zeitpunkte ein, zum Beispiel einmal pro Quartal.
Rechtliches und Datenschutz im Blick behalten
Bauen Sie neue Funktionen ein, etwa eine Karte, ein Buchungstool, ein Video oder ein Statistikprogramm, werden oft zusätzliche Personendaten bearbeitet. Dann muss auch die Datenschutzerklärung angepasst werden. Das Datenschutzgesetz verlangt, dass Sie transparent informieren, wofür Sie Personendaten bearbeiten und an wen sie weitergegeben werden.
Prüfen Sie mindestens einmal im Jahr, ob Impressum und Datenschutzerklärung noch zur Webseite passen. Einen Entwurf für das Impressum erstellen Sie schnell mit unserem Impressum-Generator. Bei komplexeren Fragen zum Datenschutz lohnt sich eine juristische Beratung.
Checkliste: was wann fällig ist
Wie oft welche Aufgabe nötig ist, hängt von Technik und Umfang Ihrer Webseite ab. Diese Übersicht ist ein guter Ausgangspunkt für eine KMU-Webseite.
- Laufend: Sicherheitsupdates, Überwachung der Erreichbarkeit, automatische Backups
- Monatlich: Testanfrage über jedes Formular, Backups und Fehlermeldungen prüfen
- Vierteljährlich: Inhalte, Öffnungszeiten und Team prüfen, Ladezeit und Search Console ansehen
- Jährlich: Datenschutzerklärung und Impressum, Zugänge und Passwörter, Verträge für Domain und Hosting
- Alle paar Jahre: Design, Struktur und Technik grundsätzlich prüfen, mehr dazu unter Webseite erneuern
Selbst machen oder Wartungsvertrag?
Mit etwas technischem Verständnis können Sie vieles selbst erledigen. Der Aufwand wird aber gerne unterschätzt: Updates müssen getestet, Backups kontrolliert und Fehler schnell behoben werden, auch wenn gerade das Tagesgeschäft drängt. Viele KMU übergeben die Wartung deshalb einer Agentur und behalten nur die Inhalte selbst in der Hand.
Achten Sie bei einem Wartungsvertrag darauf, was genau enthalten ist, und stellen Sie die folgenden Fragen. Wichtig ist auch, dass Domain, Hosting und Zugänge auf Ihr Unternehmen laufen. Wie wir das lösen, sehen Sie unter Wartung & Hosting. Fehlt Ihnen schlicht die Zeit, lesen Sie Keine Zeit für die Webseite.
- Welche Updates sind enthalten, und wie werden sie getestet?
- Wie oft werden Backups erstellt, und wo werden sie gespeichert?
- Wie schnell wird bei einem Ausfall reagiert?
- Sind kleine Anpassungen an Inhalten inbegriffen?
- Laufen Domain, Hosting und Zugänge auf Ihr Unternehmen?
Quellen
Über den Autor
Ferhat Demir
Ihr Ansprechpartner bei Webnova
Ferhat Demir führt Webnova, eine Webdesign-Agentur für Schweizer KMU. Er begleitet Projekte persönlich von der ersten Idee bis nach dem Launch, auf Deutsch und Französisch, und verbindet Design, Technik und Suchmaschinenoptimierung.
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