Wann sich eine zweite Sprache lohnt
Eine französische Version lohnt sich, wenn Sie Kundschaft aus der Romandie gewinnen möchten, in einer zweisprachigen Region wie Biel/Bienne oder Fribourg tätig sind oder Ihre Produkte schweizweit verkaufen. Auch Betriebe entlang der Sprachgrenze, etwa am Jurasüdfuss, im Seeland oder im Raum Bern, haben oft mehr französischsprachige Anfragen, als sie denken.
Wichtig ist die Frage, ob Sie Anfragen in der zweiten Sprache auch bedienen können. Wer eine französische Webseite anbietet, sollte E-Mails, Telefonate und Offerten auf Französisch beantworten können. Sonst entsteht eine Erwartung, die im Kontakt enttäuscht wird.
Die richtige Struktur: eigene URLs pro Sprache
Für Google muss jede Sprachversion unter einer eigenen Adresse erreichbar sein. Bewährt haben sich Unterverzeichnisse wie /de/ und /fr/ auf derselben Domain. So profitieren beide Sprachen von der Stärke Ihrer Domain, und die Pflege bleibt einfach. Lösungen, bei denen die Sprache nur per Knopf im Browser umgeschaltet wird und die Adresse gleich bleibt, kann Google nicht korrekt indexieren.
Übersetzen Sie auch die Adressen selbst. Eine französische Seite unter /fr/creation-site-internet ist für französischsprachige Suchende verständlicher als /fr/webdesign. Leiten Sie Besucherinnen und Besucher nicht automatisch anhand ihres Standorts um. Bieten Sie stattdessen einen gut sichtbaren Sprachwechsel an, der direkt auf die entsprechende Seite in der anderen Sprache führt, nicht auf die Startseite.
- Unterverzeichnisse /de/ und /fr/ auf einer Domain
- Übersetzte URLs (Slugs) pro Sprache
- Sprachwechsel auf die gleichwertige Seite
- Keine automatische Umleitung nach IP-Adresse
hreflang und Canonical: technische Pflicht
Mit hreflang-Angaben teilen Sie Google mit, welche Seiten inhaltlich zusammengehören und für welche Sprache und Region sie bestimmt sind, zum Beispiel de-CH und fr-CH, ergänzt um x-default für Besucher ohne passende Sprache. Jede Seite verweist dabei auf sich selbst und auf ihre Gegenstücke. Fehlen diese Angaben, zeigt Google unter Umständen die falsche Sprachversion an.
Jede Sprachversion braucht zudem ein Canonical auf sich selbst, nicht auf die deutsche Version. Auch Sitemap, Titel, Meta-Beschreibungen, Bild-Alternativtexte, strukturierte Daten und Vorschaubilder für WhatsApp oder LinkedIn sollten pro Sprache vorhanden sein. Bei Webnova ist das in jedem Webdesign-Projekt Standard.
Übersetzen oder neu schreiben?
Maschinelle Übersetzungen sind ein guter Startpunkt, ersetzen aber keine Überarbeitung. Französischsprachige Kundinnen und Kunden merken schnell, ob ein Text für sie geschrieben oder nur übertragen wurde. Achten Sie auf Schweizer Begriffe und Gepflogenheiten: In der Romandie sagt man «septante» und «nonante», spricht von «devis» statt «Offerte» und erwartet eine höfliche, eher formelle Ansprache.
Auch die Suchbegriffe unterscheiden sich. Wer auf Deutsch «Webseite erstellen lassen» sucht, tippt auf Französisch eher «création site internet» oder «agence web». Eine kurze Keyword-Recherche pro Sprache zeigt, welche Begriffe Ihre Kundschaft tatsächlich verwendet. Diese gehören in Titel, Überschriften und Texte der jeweiligen Version.
- Schweizer Französisch statt Frankreich-Französisch
- Eigene Keyword-Recherche pro Sprache
- Rechtstexte wie Impressum und Datenschutz in beiden Sprachen
- Formulare, Fehlermeldungen und E-Mails ebenfalls übersetzt
Lokales SEO in beiden Sprachen
Viele Orte haben zwei Namen: Biel und Bienne, Grenchen und Granges, Solothurn und Soleure, Bern und Berne. Verwenden Sie in jeder Sprachversion den Namen, den die jeweilige Kundschaft sucht. In Biel/Bienne lohnt es sich, beide Formen zu nennen, weil in der Stadt in beiden Sprachen gesucht wird.
Ergänzen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil um Beiträge in beiden Sprachen und beantworten Sie Bewertungen in der Sprache, in der sie verfasst wurden. Einträge in Verzeichnissen wie local.ch und search.ch sollten in beiden Sprachen korrekt sein. Mehr dazu im Ratgeber Google-Unternehmensprofil optimieren.
Bestehende Webseite um Französisch erweitern
Haben Sie bereits eine deutschsprachige Webseite, lässt sich eine französische Version oft ergänzen, ohne alles neu zu bauen. Voraussetzung ist ein System, das mehrere Sprachen sauber verwaltet. Ist das nicht der Fall, ist die Erweiterung ein guter Anlass für ein Website-Redesign. Beginnen Sie mit den wichtigsten Seiten: Startseite, Hauptleistungen, Kontakt und Rechtliches.
Wir setzen zweisprachige Webseiten um und arbeiten selbst auf Deutsch und Französisch. Unternehmen in Biel/Bienne, Solothurn, Bern, Grenchen und in der ganzen Schweiz beraten wir gerne in einem kostenlosen Erstgespräch, in der Sprache Ihrer Wahl.
Quellen
Über den Autor
Ferhat Demir
Ihr Ansprechpartner bei Webnova
Ferhat Demir führt Webnova, eine Webdesign-Agentur für Schweizer KMU. Er begleitet Projekte persönlich von der ersten Idee bis nach dem Launch, auf Deutsch und Französisch, und verbindet Design, Technik und Suchmaschinenoptimierung.
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